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Nockenwelle! (TTT-Technik, Tipps und Tricks)

urmelixx, (vor 1 Tag, 2 Stunden, 58 Min.) @ Kangoo-Center -TML

Hi, das Thema ist schon alt, aber mich selbst hat es vor kurzem ähnlich getroffen, und die Hinweise hier waren sehr hilfreich. Darum bin ich auch mal aktiv ins Forum gegangen, um meine Erfahrungen für andere zu teilen.
Kurze Vorstellung:
Schraube seit 55 Jahren an allem was fährt und stinkt. VW Bus über 2CV und CX, Mercedes Diesel, BMW Mopeds und seit 25 Jahren an Renault 4, 5, Rapid, Kangoo der verschiedenen Motorisierungen. Habe viel elektronischen Hintergrund, daher geht auch was mit Clip und bei defekter Sensorik.
Halte lieber was altes am Laufen als neu zu kaufen.
Ist aber nicht mein Beruf.
Kurze Fahrzeuginfo: Kangoo 1,5 dci 2002, K9K 702, Urmotor mit 460.000 wegen hohem Ölverbrauch rausgeschmissen und Rumpfmotor eines Megane 2 mit 200.000 km überholt und eingebaut.
Auto war viel in der Familie unterwegs und kam mit seltsamem Klackern zurück, ohne Leistungsverlust oder weitere Mucken. Aussage : quietscht immer beim Kaltstart. Klackt seit heute leise aber hörbar im Leerlauf.
Probefahrt bei Dunkelheit bestätigt das Geräusch das drehzahlabhängig ist. Beim Reinhören vermute ich ein Plastik auf Plastik Klopfen, Klatschen, nichts metallisches und auch kein Lager. Während meiner Probefahrt gibt es einen deutlichen Ruck, kurzer Leistungsabfall, danach ist das Geräusch weg. Auto läuft absolut sauber. Danach kann ich normal einparken, als wäre nichts passiert, allerdings hörte sich der Motor in diesen letzten zwei Minuten ungewöhnlich sanft und ruhig an.
Weitere Diagnosen auf den hellen Tag verschoben.
Danach springt er nicht mehr an. Mit voller Batterie nicht, Anschleppen nicht. Diesel kommt, Pumpe fördert, Nockenwelle dreht.
Steuerzeiten überprüft und nach Augenmaß richtig.
Clip zeigt ausreichend Rampendruck, wenn auch erst nach einigen Sekunden orgeln. Clip Fehler : inkohärente Steuersignale am NW Sensor.
Mit etwas Aufwand die Lage der Nockenwelle und Pumpe um einen Zahn verstellt, hier mit einem festen NW Rad. Gleichzeitig sieht man dass am Rillenriemen eine Stelle von ca. 12cm deutlich schmaler am Aussenrand ist.
Aha, Klackern kam vom Fetzen, der sich gelöst hatte und regelmässig gegen die Abdeckung geschlagen ist. Fetzen weg, Geräusch weg.
Nach Justierung der NW kein Fehler mehr im Clip, Auto springt nicht an.
Kompressionstest zeigt 30, 28, 29, 30. Mit Bremsenreiniger kommt er für 10 sekunden und läuft rau. Bin mit dem Latein am Ende.
Ohne Ventilabdeckung sieht man die Nockenwelle drehen, alles scheint in bester Ordnung, nur die Nockenstellung beim OT passt "irgendwie" nicht richtig. Ohne Vergleich ist das aber schwierig.
Tip eines alten Werkstatt Meisters, der den K9K kennt: Hol das NW Rad runter und schau!
Die Schraube vom Rad habe ich in eingebautem Zustand nicht abbekommen. Als letzten Versuch habe ich die NW komplett um 180 verdreht und Steuerzeitmarkierung somit auch entsprechend diagonal gegenüber dem Loch statt über dem Loch im Kopf. Jetzt sehen die Nockenstellungen schon besser aus. Kolbenkontakt geprüft, er dreht frei.
Letzter Versuch vor dem Kauf von Neuteilen. Und er springt an wie ein junger Hirsch!
Und somit kann ich bestätigen was hier auch schon geäußert wurde.
NW Rad ist abgeschert, hat sich um ca. 180 verdreht und ist dann durch Pressung und Abrieb wieder fest mit der Welle verbunden worden. Alles war in niedriger Drehzahl passiert, als der Fetzen vom Rillenriemen mal eben unter dem Zahnriemen durchgewandert ist.
Es gibt keinen Fehlercode der das erfasst. Die Ventile des K9K stehen sehr steil und haben anscheinend den Kontakt zum Kolben überlebt.
Neues NW Rad montiert, es gibt nur noch des zweiteilige, was aber 1:1 passt. Habe dafür die Welle ausgebaut und begutachtet. Alles scheint es überlebt zu haben.
Seit dem Zusammenbau fahre ich jetzt 2000km, habe eine AU mit Drehzahlabriegelung gehabt und er fährt ,noch, gut.
So richtig Höchstdrehzahl traue ich mich noch nicht über längere Zeit, vielleicht hats doch einen Knacks an einem Ventil und dann haut es ihn doch auseinander.
Was wirklich keiner glauben will, ist die Tatsache dass er einfach weitergelaufen ist. Hat bestimmt nicht die Leistung gehabt, habe ich aber nicht gemerkt. Wie das mit der Einspritzung zusammen gelaufen ist, bleibt mir ein Rätsel. Ob er Restdiesel im Ansaugtakt bekam oder hier mal die alten Injektoren mit nachtropfen geholfen haben, wer weiß.

Kurzer Tip zum neuen NW Rad. Ich habe eins von R...x zu einem Preis um die 30€ gekauft. 2 von 3 Schrauben zur Befestigung des Kranzes auf der Nabe haben sich beim Anzug mit Drehmomentschlüssel relativ schnell verabschiedet. Habe vielleicht gerade mal 10Nm erreicht, danach wars das mit der Schraube. Das Rad selbst sieht stabil aus, auch die Gewinde.

Vielleicht hilft es jemandem weiter...
Bernd


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